Kontakt Contact

Einteilung der Bereiche

Im Sinne der Richtlinie 94/9/EG ist ein explosionsgefährdeter Bereich ein Raum, in dem die Atmosphäre wegen der örtlichen und/oder betrieblichen Verhältnisse explosionsfähig werden kann. Dabei wird eine explosionsfähige Atmosphäre definiert als ein Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben unter atmosphärischen Bedingungen, in dem sich der Verbrennungsvorgang nach erfolgter Entzündung auf das gesamte unverbrannte Gemisch überträgt. 

Die ATEX-Richtlinie 137 regelt die Aufteilung von Anlagen, in denen eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann, in individuell gefährdete Zonen. Die ATEX 95-Richtlinie hingegen beinhaltet eine Einteilung von Geräten in Gruppen und Kategorien. Aus dieser Kombination leitet sich ab, welche Gerätegruppen und -kategorien in welcher Zone benutzt werden dürfen. Die Einteilung von Bereichen basiert auf der Häufigkeit und Dauer des Auftretens von explosionsfähiger Atmosphäre und schließt Gas, Dampf oder Nebel ebenso ein, wie das Drei-Zonen-Konzept für Stäube (siehe Tabelle).

Zone Grad der Gefährdung
Zone 0 Bereich, in dem eine explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist.
Zone 1 Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre als Mischung brennbarer Stoffe in Form von Gas, Dampf oder Nebel mit Luft bei Normalbetrieb gelegentlich auftritt.
Zone 2 Bereich, in dem im Normalbetrieb nicht oder nur kurzfristig damit zu rechnen ist, dass explosionsfähige Atmosphäre als Mischung brennbarer Stoffe in Form von Gas, Dampf oder Nebel mit Luft auftritt.
Zone 20 Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in Luft ständig oder langzeitig oder häufig vorhanden ist.
Zone 21 Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in Luft bei Normalbetrieb nur gelegentlich auftritt.
Zone 22 Bereich, in dem im Normalbetrieb nicht damit zu rechnen ist, dass explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in Luft auftritt, wenn sie aber dennoch auftritt, dann nur kurzfristig.

Welche Geräte sind in welcher Umgebung einzusetzen?

Für unterschiedliche Risikobereiche legt die Richtlinie 94/9/EG Gerätegruppen und Gerätekategorien fest. Es gibt zwei Gerätegruppen, I und II. Gruppe I gilt für Geräte zur Verwendung in Untertagebetriebe von Bergwerken und deren Übertageanlagen, die durch Grubengas und/oder brennbare Stäube gefährdet werden können. Gruppe II gilt für Geräte zur Verwendung in den übrigen Bereichen, die durch eine explosionsfähige Atmosphäre gefährdet werden. Die Gruppen werden je nach Häufigkeit des Auftretens einer explosionsfähigen Atmosphäre, zusätzlich in Gerätekategorien unterteilt. Gruppe I in die Kategorien M1 und M2, Gerätegruppe II in die Kategorien M1 bis M3. M1 hat ein sehr hohes Maß an Sicherheit (ständige Gefahr der Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre), M3 ein Normalmaß an Sicherheit (seltene Gefahr der Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre). Je nach Maß an Sicherheit muss eine EG-Baumusterprüfung und QS der Produktion oder Einzelprüfung durchgeführt, oder für Kategorie 3, lediglich eine interne Fertigungskontrolle nachgewiesen werden. In jedem EU-Mitgliedsland gibt es eine oder mehrere sogenannte benannte Stellen (aufgeführt in Anhang 4 der ATEX-Richtlinien), welche die entsprechenden Anforderungen bzw. Verfahren zum Nachweis der Erfüllung der Richtlinie 94/9/EG kontrollieren bzw. durchführen können.

Nachfolgende Übersicht zeigt die Einteilung der Zonen, die sich wiederum in die Gefahrenbereiche "Gase, Dämpfe und Nebel" einerseits und "Stäube" andererseits unterteilt. Weiterhin wird zwischen Risikostufen und Gefahrenwahrscheinlichkeit unterschieden. Letztlich werden die Kategorien zugewiesen, die den Grad der Gerätesicherheit definieren. Aus der Tabelle wird ersichtlich, welche Kategorie ein Gerät entsprechen muss, um innerhalb einer bestimmten Zone betrieben zu werden.

Gefahr Risiko Zone Kategorie Geräte
Gase, Dämpfe und Nebel ständig, langzeitig oder häufig 0 1 G Sehr hohes Maß an Sicherheit (sicher trotz zwei unabhängiger Fehler)
Gase, Dämpfe und Nebel gelegentlich 1 1 G, 2 G Hohes Maß an Sicherheit (sicher auch bei üblicher Weise zu erwartender Störung)
Gase, Dämpfe und Nebel selten, dann nur kurzzeitig 2 1 G, 2 G, 3 G Normalmaß an Sicherheit (sicher bei normalen Betrieb)
Stäube ständig, langzeitig oder häufig 20 1 D Sehr hohes Maß an Sicherheit (sicher trotz zwei unabhängiger Fehler)
Stäube gelegentlich 21 1 D, 2 D Hohes Maß an Sicherheit (sicher auch bei üblicher Weise zu erwartender Störung)
Stäube selten, dann kurzzeitig 22 1 D, 2 D, 3 D Normalmaß an Sicherheit (sicher bei normalen Betrieb)