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Die COVID-19-Krise hat im Geschäftsjahr 2020 auch bei der SIMONA Gruppe deutliche Spuren hinterlassen. Die durch die Krise herbeigeführte Nachfrageschwäche wirkte sich in den einzelnen Regionen unterschiedlich aus und führte weltweit im SIMONA Konzern zu einem Umsatzrückgang von rund 10 Prozent auf 390 Mio. EUR. Dank deutlicher Verbesserungen der Margen und innerbetrieblicher Rationalisierungserfolge konnte dennoch das EBIT auf 33,6 Mio. EUR gesteigert werden. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 6,8 auf 8,6 Prozent.

Die stärksten Einbußen musste SIMONA Boltaron in den USA hinnehmen. Dort brach das Luftfahrtgeschäft ab dem zweiten Quartal regelrecht ein. Erste Ergebnisverbesserungen durch unsere Großprojekte zur Steigerung von Effizienz und Prozessorientierung im Halbzeuggeschäft in Europa konnten diese Einbußen jedoch ausgleichen. Unterstützt wurde dies durch hohe Flexibilität unserer Mitarbeitenden zum Kapazitätsmanagement am Stammsitz in Kirn sowie vor allem durch die Senkung der Rohstoffkosten.

Wir sind zuversichtlich, dass unsere jüngsten Akquisitionen in den USA, in Norwegen und in der Türkei uns noch mehr für die Zukunft stärken und halten deshalb den Vorschlag, die Dividende wieder auf 12 EUR je Aktie zu erhöhen, trotz der durch die COVID-19-Krise nach wie vor nicht berechenbaren weiteren Entwicklung, für angebracht.

Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr 2020 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung auf Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überprüft und überwacht. Er unterzog auch das Risikomanagement und die Compliance einer Überprüfung und ist der Auffassung, dass diese den Anforderungen in vollem Umfang entsprechen. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich über die strategische Ausrichtung des Unternehmens abgestimmt und in regelmäßigen Abständen den Stand der Umsetzung der strategischen Initiativen erörtert. In alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend. Der Vorstand ging dabei auch auf Abweichungen des Geschäftsverlaufes von den aufgestellten Plänen ein und erläuterte die Abweichungen sowie Korrekturmaßnahmen. Gegenstand und Umfang der Berichterstattung des Vorstandes entsprechen den vom Aufsichtsrat gestellten Anforderungen. Neben den Berichten ließ sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ergänzende Informationen erteilen.

Insbesondere stand der Vorstand in den Sitzungen des Aufsichtsrates zur Erörterung und zur Beantwortung der vom Aufsichtsrat gestellten Fragen zur Verfügung. Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedürfen, wurden mit dem Vorstand erörtert und eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat tagte, wenn erforderlich, auch ohne den Vorstand.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates wurde auch zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse ausführlich durch den Vorsitzenden des Vorstandes über aktuelle Vorgänge und Themen informiert, bei Ereignissen von wesentlicher Bedeutung für die Lage und Entwicklung der Gesellschaft auch unverzüglich. Darüber hinaus hat der Vorsitzende des Aufsichtsrates auch mit den weiteren Mitgliedern des Vorstandes fachbezogene Einzelgespräche geführt.

Gemäß den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex beurteilt der Aufsichtsrat, unter Heranziehung eines Selbstevaluations-Fragebogens, regelmäßig, wie wirksam er und seine Ausschüsse insgesamt ihre Aufgaben erfüllen (Effizienzprüfung). Die Ergebnisse werden anonymisiert in einer Sitzung besprochen und Verbesserungspotenziale diskutiert. Die letzte Selbstbeurteilung fand 2019 statt und hatte in den einzelnen abgefragten Kategorien die Noten gut bis sehr gut zum Ergebnis.

Aus- und Fortbildungsmaßnahmen organisieren die Mitglieder des Aufsichtsrates in Eigenregie, die SIMONA AG unterstützt die Mitglieder des Aufsichtsrates dabei angemessen, wo erforderlich. Das ist laut neuem DCGK gefordert. Eine gemeinsame Maßnahme für den Aufsichtsrat ist 2020 nicht erfolgt.

Sitzungen des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat tagte 2020 in vier ordentlichen Sitzungen. Sie wurden als physische Präsenzsitzungen unter Wahrung von Hygiene- und Abstandsregeln durchgeführt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrates hat an allen Sitzungen persönlich teilgenommen.

In der Sitzung am 23. April 2020 wurden der Konzernabschluss und der Jahresabschluss der AG festgestellt und genehmigt. Der aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie geänderte Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des im Geschäftsjahr 2019 erzielten Bilanzgewinnes mit einem auf 10 EUR reduzierten Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung wurde erörtert und genehmigt. Des Weiteren wurde der Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2019 verabschiedet und das Ergebnis der von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, durchgeführten Abschlussprüfung. Darüber hinaus verabschiedete der Aufsichtsrat die Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b und 315b HGB und die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB sowie die Tagesordnung der virtuellen Hauptversammlung im Jahr 2020. Des Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat mit der aktuellen Geschäftsentwicklung und dem Ausblick für das Gesamtjahr 2020. Er informierte sich über den Stand der Strategie- und M&A-Projekte. Auf der Tagesordnung stand außerdem der Status der Nachfolgeplanung verschiedener Management-Ebenen.

In der Sitzung vom 04. Juni 2020 informierte sich der Aufsichtsrat über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sowie Maßnahmen, die Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis zu begrenzen. Darüber hinaus stand der damals noch geplante Kauf von Anteilen des türkischen PVC Schaumplattenherstellers MT Plastik auf der Tagesordnung. In der Sitzung informierte sich der Aufsichtsrat auch über den Stand der Optimierung der Werke am Stammsitz in Kirn sowie weiterer strategischer Projekte und diskutierte Verbesserungen am Zielvereinbarungs- und Steuerungssystem Balanced Scorecard.

In der Sitzung vom 27. August 2020 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Geschäft in Europa, den USA und Asien. Darüber hinaus ließ er sich einen Status zu den strategischen Projekten geben und informierte sich über den Stand der Integration der Akquisition SIMONA Stadpipe sowie den Stand des M&A-Projekts in der Türkei.

Auch die Sitzung vom 02.12.2020 hatte die Geschäftsentwicklung und die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in den einzelnen Regionen zum Schwerpunkt. Darüber hinaus diskutierte und verabschiedete der Aufsichtsrat das Budget für 2021. Er informierte sich über M&A-Projekte und die Neuorganisation der Führungsstruktur in Nordamerika aufgrund des Ausscheidens des dortigen CEO. Außerdem verabschiedete der Aufsichtsrat den Finanzkalender für 2021 und beschloss, der Hauptversammlung in 2021 einen Aktiensplit im Verhältnis 1:10 vorzuschlagen. 

Die Arbeit in den Ausschüssen

Prüfungsausschuss sowie Personal- und Nominierungsausschuss unterstützen den Aufsichtsrat. Sie informieren den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über ihre Arbeit.

Der Prüfungsausschuss befasst sich schwerpunktmäßig mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung, hier insbesondere mit der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, der Erteilung des Prüfungsauftrages an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung sowie der Compliance und Akquisitionen.

Der Personal- und Nominierungsausschuss beschäftigt sich insbesondere mit Fragen der Vergütung sowie dem Abschluss, der Änderung und Aufhebung der Anstellungsverträge der Mitglieder des Vorstandes. Außerdem ist seine Aufgabe, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern zu benennen.

Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss beriet in vier Sitzungen. Alle Ausschussmitglieder haben persönlich an den Sitzungen teilgenommen. Mögliche Auswirkungen der COVID-19-Krise auf Liquidität und M&A-Projekte wurden insbesondere in den ersten Sitzungen des Jahres intensiv behandelt. Raum nahmen in den weiteren Beratungen vor allem der Stand der Projekte zur Stärkung des Unternehmensbereiches Halbzeuge, die weltweite Suche nach weiteren Engagements im M&A-Bereich und die kritische Würdigung bestehender Engagements ein. Besprechungen mit den Wirtschaftsprüfern dienten der Vorbereitung der Verabschiedung des Jahresabschlusses und den Prüfungsschwerpunkten des Folgejahres.

Personal- und Nominierungsausschuss
Der Personal- und Nominierungsausschuss traf sich in vier Sitzungen. Alle Ausschussmitglieder haben persönlich an den Sitzungen teilgenommen. Die Beratungen betrafen vor allem die Führungsstruktur der SIMONA Gruppe und dabei insbesondere personelle Veränderungen auf der obersten Führungsebene sowie deren langfristige Nachfolgeplanung. In mehreren Sitzungen und Gesprächen erarbeitete der Nominierungsausschuss ein Modell für die künftige Besetzung des Aufsichtsrates. Auf Basis dieses Modells erfolgte mit externer Beratung die Suche nach einem Nachfolger für den Vorsitz des Aufsichtsrates nach der Hauptversammlung 2021. Als deren Ergebnis wird der Aufsichtsrat zu dieser Hauptversammlung einen Nachfolger zur Wahl vorschlagen.

Umgang mit Interessenkonflikten
Alle Mitglieder unseres Aufsichtsrates sind verpflichtet, auftretende Interessenkonflikte unverzüglich offenzulegen. Im Geschäftsjahr 2020 gab es, wie in den Vorjahren, keine Interessenkonflikte. Wir haben überprüft und festgestellt, dass alle Mitglieder unseres Gremiums unabhängig im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex sind. Wir verweisen dazu auch auf die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB.

Jahres- und Konzernabschluss

Die Rechnungslegung der SIMONA AG für das Geschäftsjahr 2020 wurde durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft. Sie wurde von der Hauptversammlung am 05. Juni 2020 zum Abschlussprüfer gewählt. Bevor der Aufsichtsrat der Hauptversammlung die PricewaterhouseCoopers GmbH als Abschlussprüfer vorschlug, hatte die PricewaterhouseCoopers GmbH gegenüber dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestätigt, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht der SIMONA AG und den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der SIMONA AG zusammengefasst ist, und den erläuternden Bericht des Vorstandes zu den Angaben nach § 289a, § 315a HGB unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Allen Mitgliedern des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrates wurden die genannten Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte sowie der Vorschlag des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinnes rechtzeitig vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat in der Aufsichtsratssitzung am 14. April 2021 ausführlich über sämtliche wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und sämtliche Fragen des Aufsichtsrates umfassend beantwortet. Der Aufsichtsrat hat in eigener Verantwortung den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der SIMONA AG, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der SIMONA AG zusammengefasst ist, den erläuternden Bericht des Vorstandes zu den Angaben nach § 289a, § 315a HGB, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und den Vorschlag des Vorstandes zur Gewinnverwendung geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und hat den Jahresabschluss der Gesellschaft, der damit gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt ist, und den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 14. April 2021 gebilligt und den Bericht des Aufsichtsrates verabschiedet. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes schließt sich der Aufsichtsrat an. Der Aufsichtsrat hat sich mit der nichtfinanziellen Erklärung des Unternehmens nach § 289b und § 315b HGB ausführlich auseinandergesetzt und diese in seiner Prüfungssitzung am 14. April 2021 im Plenum diskutiert und verabschiedet. Er hat den Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung keiner freiwilligen Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer unterzogen, da der erforderliche Sachverstand im Gremium vertreten ist.

Durch die COVID-19-Krise waren unsere Mitarbeitenden weltweit erheblichen Belastungen ausgesetzt. Dies galt neben den allgemeinen Einschränkungen vor allem für die besonderen Herausforderungen am Arbeitsplatz durch mobiles Arbeiten und fehlende persönliche Kontakte zu Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern. Ihnen allen gilt unser besonderer Dank, namentlich für den vorbildlichen Einsatz zur Vermeidung direkter COVID-19-Erkrankungen in unseren Werken.

Kirn, 14. April 2021
Der Aufsichtsrat

Dr. Rolf Goessler, Vorsitzender