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Die Verschärfung der internationalen Handelskonflikte haben sich auf die Entwicklung des SIMONA Konzerns im Geschäftsjahr 2019 ausgewirkt. Der Konzernumsatz ist zwar um 3,5 % auf 432,5 Mio. EUR gestiegen, dieser Zuwachs ist jedoch überwiegend der erstmaligen ganzjährigen Einbeziehung des Zukaufs SIMONA PMC in den USA zu verdanken.

Belastend auf das Ergebnis wirkte sich insbesondere die Nachfrageschwäche im Unternehmensbereich Halbzeuge in Europa aus, die uns im zweiten Halbjahr vorübergehend zu Kurzarbeit zwang. Dagegen entwickelte sich der Bereich Rohre und Formteile nach Umsatz und Ergebnis erfreulich. Insgesamt konnten wir jedoch nicht an die Ergebnisverbesserungen der vergangenen Jahre anknüpfen. Die EBIT-Marge ging von 8 auf 6,8 Prozent zurück. Das EBIT betrug 29,4 Mio. EUR.

Der Vorstand hat in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat mehrere strategische Projekte initiiert, welche die SIMONA vor allem langfristig stärken sollen. Insofern sehen wir der Zukunft mit Zuversicht entgegen. In welchem Umfang sich die Corona-Krise dabei negativ auswirken wird, kann zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts niemand überblicken.

Vorsorglich hat der Vorstand deshalb seinen ursprünglichen Gewinnverwendungsvorschlag vom 12.03.2020, der die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 14,00 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 vorsah, im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat auf 10,00 EUR je Stückaktie reduziert. Damit wollen Vorstand und Aufsichtsrat die Aktionäre einerseits angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen und andererseits die Belastungen durch die Corona-Pandemie auf die künftig benötigte Liquidität berücksichtigen. Im Laufe des Berichtsjahres sind die Herren Dirk Möller zum 30. Juni und Wolfgang Moyses zum 30. September aus dem Vorstand ausgeschieden. Beiden Herren danken wir herzlich für ihren langjährigen erfolgreichen Einsatz für SIMONA. Zum 01. Januar 2019 ist Herr Dr. Jochen Hauck als COO, und zum 15. August 2019 sind die Herren Matthias Schönberg als CEO und Michael Schmitz als CFO in den Vorstand berufen worden. Wir wünschen ihnen alles Gute für die herausfordernden Aufgaben.

Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr 2019 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung auf Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überprüft und überwacht. Er unterzog auch das Risikomanagement und die Compliance einer Überprüfung und ist der Auffassung, dass diese den Anforderungen in vollem Umfang entsprechen. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich über die strategische Ausrichtung des Unternehmens abgestimmt und in regelmäßigen Abständen den Stand der Umsetzung der strategischen Initiativen erörtert. In alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend. Der Vorstand ging dabei auch auf Abweichungen des Geschäftsverlaufes von den aufgestellten Plänen ein und erläuterte die Abweichungen sowie Korrekturmaßnahmen. Gegenstand und Umfang der Berichterstattung des Vorstandes entsprechen den vom Aufsichtsrat gestellten Anforderungen. Neben den Berichten ließ sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ergänzende Informationen erteilen.

Insbesondere stand der Vorstand in den Sitzungen des Aufsichtsrates zur Erörterung und zur Beantwortung der vom Aufsichtsrat gestellten Fragen zur Verfügung. Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedürfen, wurden mit dem Vorstand erörtert und eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat tagte, wenn erforderlich, auch ohne den Vorstand.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates wurde auch zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse ausführlich durch den Vorstandsvorsitzenden über aktuelle Vorgänge und Themen informiert, bei Ereignissen von wesentlicher Bedeutung für die Lage und Entwicklung der Gesellschaft auch unverzüglich. Darüber hinaus hat der Vorsitzende des Aufsichtsrates auch mit den weiteren Mitgliedern des Vorstandes fachbezogene Einzelgespräche geführt. Gemäß den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex beurteilt der Aufsichtsrat, unter Heranziehung eines Selbstevaluations-Fragebogens, regelmäßig wie wirksam er und seine Ausschüsse insgesamt ihre Aufgaben erfüllen (Effizienzprüfung). Die Ergebnisse werden anonymisiert in einer Sitzung besprochen und Verbesserungspotenziale diskutiert. Die letzte Selbstbeurteilung fand 2019 statt und hatte in den einzelnen abgefragten Kategorien die Noten gut bis sehr gut zum Ergebnis.

Aus- und Fortbildungsmaßnahmen organisieren die Mitglieder des Aufsichtsrates in Eigenregie, die SIMONA AG unterstützt die Mitglieder des Aufsichtsrates dabei angemessen, wo erforderlich. Das ist laut neuem DCGK gefordert. Eine gemeinsame Maßnahme für den Aufsichtsrat ist nicht erfolgt.

Sitzungen des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat tagte 2019 in vier ordentlichen Sitzungen. Jedes Mitglied des Aufsichtsrates hat an allen Sitzungen persönlich teilgenommen.

Die Sitzung am 12. April 2019 hatte die Feststellung und Genehmigung des Konzernabschlusses, des Jahresabschlusses der AG, des Vorschlages des Vorstandes für die Verwendung des im Geschäftsjahr 2018 erzielten Bilanzgewinnes, des Berichts des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2018 und des Ergebnisses der von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, durchgeführten Abschlussprüfung zum Schwerpunkt. Darüber hinaus verabschiedete der Aufsichtsrat die Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289 b) – e) HGB und die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB sowie die Tagesordnung der Hauptversammlung im Jahr 2019. Des Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat mit der aktuellen Geschäftsentwicklung und dem Ausblick für das Gesamtjahr 2019. Er informierte sich über die den Stand des Strategieprojektes Halbzeuge Europa sowie den Umbau des Verwaltungsgebäudes in Kirn. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit verschiedenen M&A-Projekten und strategischen Weiterentwicklungen einzelner Produktbereiche.

In der Sitzung vom 06. Juni 2019 bereitete der Aufsichtsrat die Durchführung der Hauptversammlung am 07. Juni 2019 vor. Des Weiteren beschäftigte er sich mit der aktuellen und künftigen Geschäftsentwicklung, dem Stand des Strategieprojekts Halbzeuge Europa sowie M&A-Themen. Der Wirtschaftsausschuss wurde in Prüfungsausschuss umbenannt. Der Aufsichtsrat hat an diesem Termin zusätzlich unter Ausschluss des Vorstands getagt und Personalien die Vorstandsmitglieder betreffend besprochen und beschlossen.

In der Sitzung vom 30. Oktober 2019 standen die Geschäftsentwicklung sowie Maßnahmen zur Reaktion auf die schwache Auftragslage auf der Tagesordnung. Darüber hinaus diskutierte der Aufsichtsrat M&A-Projekte und informierte sich über die Umsetzung von Investitionen, insbesondere des Umbaus des Verwaltungsgebäudes am Stammsitz Kirn.

In der Sitzung vom 05. Dezember 2019 diskutierte und verabschiedete der Aufsichtsrat das Budget für 2020. Darüber hinaus informierte er sich über die Geschäftsentwicklung und den Ausblick zum Jahresende. Weitere Themen waren das Ergebnis der Betriebsprüfung, die Einführung des Gremienverwaltungsprogramms Diligent Boards und das Ergebnis der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in Deutschland.

Die Arbeit in den Ausschüssen

Prüfungs- und Personalausschuss unterstützen den Aufsichtsrat. Sie informieren den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über ihre Arbeit. Der Prüfungsausschuss befasst sich schwerpunktmäßig mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung, hier insbesondere mit der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, der Erteilung des Prüfungsauftrages an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung sowie der Compliance und Akquisitionen. Der Personalausschuss beschäftigt sich insbesondere mit Fragen der Vergütung sowie dem Abschluss, der Änderung und Aufhebung der Anstellungsverträge der Mitglieder des Vorstandes.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss beriet in vier Sitzungen. Alle Ausschussmitglieder haben persönlich an den Sitzungen teilgenommen. Wir haben im Berichtsjahr den Wirtschaftsausschuss durch den Prüfungsausschuss ersetzt, um damit insbesondere durch die Erörterung wichtiger Zukunftsthemen im Plenum des Aufsichtsrates von Beginn an eine breitere Basis für anstehende Entscheidungen zu schaffen. Breiten Raum nahmen in den Beratungen vor allem die Überlegungen zur Stärkung des Unternehmensbereiches Halbzeuge, die weltweite Suche nach weiteren Engagements im M&A-Bereich und die kritische Würdigung bestehender Engagements ein.

Personalausschuss

Der Personalausschuss traf sich in vier Sitzungen. Alle Ausschussmitglieder haben persönlich an den Sitzungen teilgenommen. Die Beratungen betrafen vor allem die Führungsstruktur der SIMONA Gruppe und dabei insbesondere personelle Veränderungen auf der obersten Führungsebene mit den Vorschlägen für die vertraglichen Regelungen für die neuen Vorstandsmitglieder sowie noch notwendige Vereinbarungen zum Ausscheiden bisheriger Vorstandsmitglieder.

Umgang mit Interessenkonflikten

Alle Mitglieder unseres Aufsichtsrates sind verpflichtet, auftretende Interessenkonflikte unverzüglich offenzulegen. Im Geschäftsjahr 2019 gab es, wie in den Vorjahren, keine Interessenkonflikte. Wir haben überprüft und festgestellt, dass alle Mitglieder unseres Gremiums unabhängig im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex sind. Wir verweisen dazu auch auf die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB.

Jahres- und Konzernabschluss

Die Rechnungslegung der SIMONA AG für das Geschäftsjahr 2019 wurde durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft. Sie wurde von der Hauptversammlung am 07. Juni 2019 zum Abschlussprüfer gewählt. Bevor der Aufsichtsrat der Hauptversammlung die PricewaterhouseCoopers GmbH als Abschlussprüfer vorschlug, hatte die PricewaterhouseCoopers GmbH gegenüber dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestätigt, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht der SIMONA AG und den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der SIMONA AG zusammengefasst ist, und den erläuternden Bericht des Vorstandes zu den Angaben nach § 289a, § 315a HGB unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Allen Mitgliedern des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrates wurden die genannten Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte sowie der Vorschlag des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinnes rechtzeitig vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat in der Aufsichtsratssitzung am 23. April 2020 ausführlich über sämtliche wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und sämtliche Fragen des Aufsichtsrates umfassend beantwortet. Der Aufsichtsrat hat in eigener Verantwortung den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der SIMONA AG, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der SIMONA AG zusammengefasst ist, den erläuternden Bericht des Vorstandes zu den Angaben nach § 289a, § 315a HGB, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und den Vorschlag des Vorstandes zur Gewinnverwendung geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und hat den Jahresabschluss der Gesellschaft, der damit gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt ist, und den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 23. April 2020 gebilligt und den Bericht des Aufsichtsrates verabschiedet. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes schließt sich der Aufsichtsrat an. Der Aufsichtsrat hat sich mit der nichtfinanziellen Erklärung des Unternehmens nach §§ 289b–289e HGB ausführlich auseinandergesetzt und diese in seiner Prüfungssitzung am 23. April 2020 im Plenum diskutiert und verabschiedet. Er hat den Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung keiner freiwilligen Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer unterzogen, da der erforderliche Sachverstand im Gremium vertreten ist.

Wir danken unseren Mitarbeitenden weltweit für ihren Einsatz. Dabei möchten wir unsere Mitarbeitenden am Standort Kirn besonders hervorheben. Sie waren und sind teilweise immer noch durch die Sturmschäden im Verwaltungsgebäude, die vorübergehende Kurzarbeit und die zahlreichen aktuellen Projekte besonders gefordert. Herzlichen Dank Ihnen allen.

Kirn, 23. April 2020
Der Aufsichtsrat

Dr. Rolf Goessler, Vorsitzender